• Auf zu neuen Ufern!

    Nachsendeauftrag

    ... vielen Dank für die bisherige Beteiligung und vor allem schaut mal ruhig "rüber" .. tut auch gar nicht weh!

    Euer Lars

  • Ein (kleines) Ärgernis zum Wochenende …

    Das hätte ein so schönes und harmonisches Wochenende werden können.

    Draußen liegt einem das weihnachtliche und winterlich eingehüllte Nürnberg zu Füßen - Zitat Markus Heffner (Radiomoderator N1) von heute morgen: "Der Schnee verdeckt sehr schön den Dreck der Stadt" - heute kam via Mail mal wieder die Bestätigung, dass die lokale Mitarbeiterzeitung - die Tobias mit zu verantworten hat - um Längen besser ist, als die bundesweite Ausgabe des Arbeitgebers sowie weitere schöne Stunden des Lateinformationstrainings liegen noch vor einem.

    Spaß am Training? Ja! Denn seit ein paar Wochenenden ist das Training mehr als "überlaufen" von Neuinteressierten, so dass man sicher sein kann, dass in der kommenden Saison mit Nürnberg zu rechnen ist. Darunter mehrere Tänzer, die höherklassiger tanzen könnten. Aber scheinbar ist der Wohlfühlfaktor in Tobias´s Team derart hoch, dass er anziehend zu sein scheint. Erfreulich!

    Des Weiteren musste Tobias eben groß lachen, als er folgende Meldung beim Kölner Express las:

    (Screenshot; Klick = Großbild)

    Zitat:

    "Natürlich singt Bill live.
    Jeder der schon einmal auf einem Tokio Hotel Konzert war, weiß das!"
    (Manager Jost)

    Klar weiß jedes Kind, dass Bill K. live singt, wenn es mal auf einem TH Konzert gewesen ist, weil so schlecht kann man nur live singen. Bei der heutigen Technik könnte sogar Tobias eine Klassik LP aufnehmen und würde an Paul Potts und dem Mann mit der Mundharmonika in den LIDL Charts vorbeiziehen - oder zumindest nicht auffallen.

    Ein lustige "Meldung" und irgendwie "selbstentlarvend".

    Aber dann las er bei Stefan Niggemeier von dieser Aktion. Da wollen also ein paar Web 2.0 Macher 24 Stunden fernsehen und darüber bloggen. 24 Stunden, rund um die Uhr!


    Foto CC by wilhei55

    Zum ersten Mal würde man also in einem Blog nachlesen können, was sich Menschen so alles in 24 Stunden antun können, indem sie 24 Stunden fernsehen. Toll.

    Genau diese Idee hatte Tobias als ein Projekt für das Jahr 2009 auserkoren, allerdings alleine und für jenes Wochenende, an dem seine liebreizende Frau mal nicht anwesend ist. Auch er wollte sich mit Junk-food und der Fernbedienung hinterm PC verschanzen und dem Fernsehprogramm fröhnen. Und schauen was passiert.

    Die Idee kam ihm beim fröhlichen lesen der ähnlichen Aktion von Lukas von coffeandtv. Das ganze wäre bestimmt ein prima "Event" geworden, denn die Zeiten, in denen Tobias mal 24 Stunden wach geblieben ist, sind schon ewig™ her. Zugegeben, dies wäre natürlich eine reine "Egosache" gewesen bzw. es hätte wahrscheinlich nur "lokalen Aufruhr" zur Folge gehabt. Egal. Nun wäre es ja sozusagen nur "eine weitere Aktion". Aber wahrscheinlich macht es Tobias dann doch mal. Tobias wollte zumindest gefühlsmäßig auch mal Erster im Web 2.0 sein. Daraus wurde mal wieder nichts.

    Ein weiterer Blick ins Jahr 2009: Ein kleiner "Vor"geschmack, wie Tobias live bloggen könnte, wird es wohl am 07.03.2009 geben. Hier wird Tobias sehr wahrscheinlich von der ersten Stellprobe bis zum letzten Musikton alles bloggen, was das Formationsturnier der 1.Bundesliga Standard sowie der Regionalliga Süd Latein zu bieten hatte. Sein Vorschlag des live bloggens vom Formationsturnierwochenende in Nürnberg (1.Bundesliga Standard, Regionalliga Süd Standard und Latein, Oberliga Süd Bayern Latein, Landesliga Süd Bayern Latein) kam beim ersten Treffens des Planungs"komitees" gut an. Man sucht derzeit noch nach einem Tänzer aus dem Latein/Standardteam, welches am Sonntag nicht tänzerisch gefragt ist, um auch die sonntäglichen Turniere in Bilder und Worte zu fassen.

    Damit hätten viele Formationsinteressierte die Chance, "live" vor Ort zu sein, obwohl man vielleicht ganz woanders hockt. In Paris oder in Thiès (Senegal) beispielsweise … oder in den Städten, deren Mannschaften weit weg in Nürnberg um Punkte kämpfen.

    In diesem Sinne .. schönes Wochenende.

    Euer Lars

  • Alle Jahre wieder!

    Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind oder der Weihnachtsmann - nein, leider auch diese nervigen Spendenshows und deren Ableger in den Fußgängerszonen der Städte dieser Welt.

    Natürlich sind Spenden nicht nur sinnvoll sondern auch notwendig, aber spenden kann man das ganze Jahr über und Tobias findet es schon mächtig nervig, bei jedem Schritt in der Stadt momentan erst von blauen, dann roten und zum Schluss gelben Spendensammlern angesprochen zu werden.

    Und immer wieder dann dieses vorurteilsbehaftete Gesicht der Sammler, wenn man sagt, dass man a) keine Zeit hat oder b) bereits Spender ist - ich glaube es gibt kaum einen Menschen, der sagt, dass er nicht spenden würde, wenn er es könnte. Hey - es ist ja auch Weihnachten! Na und?

    Auch wenn Tobias weiß, dass die großen und kleinen Einrichtungen dieser Welt, die sich zur Aufgabe gemacht haben, ein wenig Licht ins Dunkle der Welt zu bringen, ihren Großteil an Spendengeldern in den Monaten November/Dezember generieren, bleibt er dabei, an solche Dinge im restlichen Jahr zu denken.

    Die weihnachtliche Spende im Rahmen des Gottesdienstes am Heiligen Abend sei hier mal ausgenommen.

    Was leider auch zur Weihnachtszeit gehört, sind diese "lieblichen" Weihnachtsmails, die man landein- und landaufwärts bekommt. Und überall wird auf die Tränendrüse gedrückt und das in einem Deutsch, dass einem Angst und Bange werden könnte. Und die Menschheit, die es eigentlich nur gut meint, fällt drauf rein und leitet weiter und leitet weiter.

    Erst heute wieder kam jener Inhalt:

    (Klick = Großansicht)

    Und erst der Rattenschwanz an Mailadressen, die einem so durch die unzähligen Weiterleitungen ins Haus flattern, ist der Wahnsinn. Und wenn die Mailadressen stimmen sollten - und warum sollte man das bezweifeln - dann hätte man Adressen aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, die man bestimmt gut "veräußern" könnte.

    Ach ja - wir outen uns hiermit, dass wir kein Herz haben, da wir diesen Mist nicht weitergeleitet haben - und wir stehen dazu! Einfach mal informieren, wenn man solche Mails weiterleiten soll. Eigentlich ganz einfach, oder?

    Dafür denken wir mit … und denken an all die Postfächer, die nur darauf warten, eine Unmenge an echten Mailadressen zu erhalten.

    Euch sei nicht nur als Floskel zugeworfen:

    "Möge euch der Blitz beim Lachen und Geifern treffen!"

    Euer Lars

  • SLAM2008 - Einzelvorrunde 7 - Moods

    Die Einzelvorrunde 7 fand wieder im schönen Moods statt und wurde durch Alex Gendlin und Marguerite Meyer moderiert.

    1. Christopher Hörtmannseder: Christopher trug drei Kurztexte vor. In "Wortspiele" ging es lyrisch um Buchstaben, die keine Konsonanten werden wollen. In "Nichts" ging es um die Unendlichkeit des Weg-Seins. Man wird nie mehr, wie man mal wahr, wenn man mal weg ist. Nur Texte bleiben. In "der goldene Käfig" geht es um die seelischen Gitter des Käfigs, den jeder von uns um sich herum trägt, nur manche trauen sich nicht, aus ihm herauszubrechen. Er stört ja auch nur, wenn man ihn loswerden will. Es gab 19,7 Punkte. Etwas zu wenig.

    2. Björn Högsdal: Der Norweger unter den germanischen Poeten. Und sein Text "Norweger" schlug ein wie einst Wiki und die starken Männer im ZDF. Er wollte mal einen Text über den wahren Norweger schreiben, da der Norweger ansich vielen Vorurteilen ausgesetzt ist. Es gibt beispielsweise das Gerücht, dass Norweger den halben Tag lang saufen - dass stimmt nicht, dass sind die Dänen - der Norweger säuft den ganzen Tag. So erfährt man allerlei nützliches im Umgang mit diesem skandinavischen Volksstamm. Am Ende erfahren wir, dass wer beim Lauf am Holmenkollen gegen den König gewinnt, der erhält eine Nacht mit der Königin. Für den Text gab es 26,1 Punkte.

    3. Moritz Neumeier: Moritz träg ein Gedicht über deutsche Häuser (??; hier bin ich mir nicht mehr so sicher) in Polen vor. Ein gedanklicher Rundflug durch eine Stadt, ähnlich dem Text "Weiter oben" von Christian Ritter. Am Ende die Moral: Und du denkst, es geht dir schlecht, weil du morgens um 8.30h aufstehen musst? Es gab 23 Punkte.

    4. Serkan Erol: Zunächst genießt Serkan die Stille des Moods. Dann ritzratz, der Zettel fliegt in Einzelteilen durch die Luft - ein "Move", den man mit unter momentan des öfteren sieht. In seinem Text sind wir sozusagen auf Augenhöhe mit seinen Herzen, dass pumpend durch jede Pore fühlbar ist. Serkan spielt wunderbar mit seiner Stimme, mal lauter und mal leiser. Den roten Faden allerdings, den hat er entweder in Augsburg gelassen, ich ihn nicht entdeckt oder ich kann ihn nicht mehr aus meinen Aufzeichnungen herauslesen. Es gab 20 Punkte.

    5. Andy Strauß: Das "große Kind" der deutschen Slamszene. Ein Unikum und Wahnsinnstyp. Entweder man mag Andy Strauß oder aber auch nicht. Und ich mag ihn. Auch der Text "Metamorphosen" war mal wieder ein typischer Andy Strauß. Sehr kurz aber deutlich: er dichtete über den Unfalltod des Rechtspopulisten Haider. Man könnte es so zusammenfassen: Autogeräusche - Bremmsgeräusche - Bumms - lachen! Der eigentliche Text hieß wohl "Ich will alles haben". Und zwar brütet Andy über einen Katalog eines Kaufhauses und fragt sich, warum er nicht all diese schönen Sachen hat. Und warum es bei ihm nicht so aufgeräumt aussieht. Und er wünscht sich diese Tischgarnitur und jene Couch und vor allem all die 16 Betten. Denn die Frauen, die in diesem Katalog "werben", will er auch. So kommt es, wie es kommen muss, wenn Andys Gedanken frei im Raum umherschwirren. Er setzt sich auf den Katalog und will alles aus dem Katalog herausbrüten. Was ihm auch gelingt. Am Ende werden dann noch ein paar Frauen für schlechte Zeiten eingefroren. Es gab verdiente 28,1 Punkte. Solche Texte schreibt nur Andy Strauß.

    6. Grög!: Grög! performte sein "Rentner blasen" - dem kundigen Nürnberger Publikum wohl bekannt. Leider war entweder die Technik nicht in der Lage, die Lautstärke anzupassen oder Grög! war einfach zu laut: Es war fast unangenehm ihm zuzuhören, so laut war es. Er schrie ins Mikro, so kam es einem fast vor. Der Text kam nach meinem Empfinden dafür noch flüssiger als beim Auftritt in Nürnberg. Und Grög! nutzt die gesamte Bühne und sprang von einer Seite zur anderen. Vielleicht etwas zu hektisch. Aber der Text ist großartig. Und Grög! sowieso. Es gab leider nur 24 Punkte, hier wird die Jury bestimmt ein wenig vor der Lautstärke kapituliert haben.

    Grög! selbst sah seine Runde übrigens wie folgt.

    7. Jakob Nacken: Jakobs Text gehört zu meinen "Lieblingstexten" des SLAM2008, weil ansich jeder schonmal diese Situation erlebt hat. Die Freundin schläft sanft in den eigenen Armen ein, man findet dieses Situation vollkommen romantisch und toll, doch dann merkt man, wie einem langsam der Arm abstirbt. Die Gedanken hierzu trägt Jakob wunderbar frei und wohlformuliert vor. Er überlegt also, wie er sich zur Seite drehen kann ohne dass sie dabei aufwacht. Aber er ist irgendwann der Meinung, dass ein abgestorbener Arm vielleicht etwas zuviel "Liebesbeweis" wäre. Aber es klappt nicht richtig. Dann wird der Arm schon taub und er versucht sie umzudrehen. Er hat sich schon fast mit seinen Qualen abgefunden, da dreht sie sich um. Er frohlockt und meint, dass er - weil er sie liebt und sie sooo süß ist - jederzeit gerne wieder diese Qualen für sie ertragen würde. Prompt dreht sie sich wieder um und die Lage ist wie zuvor. Es gab 25,7 Punkte. Geschmacklich mindestens ein Punkt zu wenig.

    8. Sophie Sonnenblick: Die Frau mit dem wohl schönsten "Künstlernamen" kam nun an die Reihe, um den fränkischen Teil des Abends einzuleiten. Ihr Text "Ich will. Ausrufezeichen" trug sie diesmal frei vor. Inkl. einem kleinen Texthänger. Elfi hat Liebeskummer. Warum verliebt sie sich eigentlich immer in die falschen Typen. Sie vergleicht ihre Situation anfangs mit dem eines Goldfisches, der einen Adler liebt. Und dieser Goldfisch wird sein Ziel leider nie erreichen, da er vom Adler gefasst wird und den Adlerjungen zum Fraß vorgeworfen wird. Aber Elfi will nicht als Futter enden. Sie will lieber ein Teil von ihm sein, obwohl sie nicht mal ein Bild von ihm hat. Ein schöner Text, vielleicht ein Ideechen zu zurückhaltend vorgetragen. Es gab 20,9 Punkte.

    9. Schlumpf: Wieder einmal ein old school Text vom Schlumpf, aber ein guter: "Wo ist die Poesie?". Wie immer hammersicher vorgetragen und stilsicher. Das Publikum ist mehr als gespannt und erwartet jedes Wort mit offenem Mund. Sehr geil: Direkt nach der Textzeile "Schweigt mit mir!" kam die 5 Minuten Klingel. Gut abgepasst, lieber Schumpf. Danach noch sein Abschlussstatement und dann gabs 24,7 Punkte. Vielleicht auch ein Punkt zu wenig.

    10. Sebastian23: Es folgte der Text, den wohl viele auch noch in tausend Jahren mit dem SLAM2008 verbinden werden, nicht nur, weil er ihn auch im Finale vortrug: "Warum eine schweizer Stadt ein Lebensgefühl ausdrückt". Anzusehen in der Finalperformance auf den Seiten des Schweizer Fernsehens. Es ging also um seinen "Chur" Text. Wie Sebastian immer wieder auf solche Texte kommt. Doch - ich war/bin kein riesengroßer Sebastian23 Jünger oder SMAAT Fan, gleichwohl ich seine Art und Weise echt klasse finde - diesmal hatte der Text sogar Tiefgang. Ja, wir wohnen alle im selben Tal. Ist doch mal eine Aussage. Ich nehme ja nichts vorweg, wenn ich nochmal schreibe, dass er den SLAM2008 gewonnen hat, aber an dem Abend hat er mit dem "Chur" Text zumindest auch mich gewonnen. Hört sich jetzt blöd an als poetische Nullnummer, aber seit diesem Text finde ich Sebastian23 wirklich gut und ich konnte mich am Ende auch echt mit ihm freuen. Für seine "Premiere" des "Chur" Textes gab es 29 Punkte. Der Schweizer honoriert also nicht nur, wenn man aus der Schweiz kommt, sondern auch wenn man etwas über die Schweiz textet.

    11. Andreas Höfler: Der slammende Chemiker trug seinen Text "ich rede" vor. Er versuchte auch das Publikum mitzureißen, in dem er es für sich "arbeiten" ließ. Bei den ständigen Wiederholungen von "ich rede" wollte Andreas, dass das Publikum "rede" ausrief. Allerdings wurde die Publikumsinteraktion von mal zu mal weniger - am Ende wohl nur ein oder zwei aus dem "Bekanntenkreis des Poeten". Andreas redete über sich selbst und über gesellschaftskritische Angelegenheiten. Am Ende gab es 21,9 Punkte.

    12. Manni Eder: "Wenn nicht ich, wann dann?" so sein Text über einen Traum. Es ist Dienstag und es ist Nacktbadetag. Und auch Manni will sich entkleiden, aber nach jeder Badeunterhose stellt er fest, dass er noch eine weitere Badehose anhat. Sogar eine Leopardenbadehose ist da drunter. Schrecklich. Und irgendwann tauchen in seinen Badehosen auch noch Geldscheine auf. Nach einer gewissen Zeit bluten seine Hände bereits vom Badehosenherunterstreifen. Und dann kommt Pamela Anderson und zieht ihm seine letzte Badehose aus. Er freut sich schon - aber dann kommt Dr.House und schneidet ihm sein bestes Stück ab. Das erfreut ihn weniger. Ein ulkiger Text. Es gab 24,2 Punkte.

    Demnach stehen im Halbfinale Sebastian23, Andy Strauß, Björn Högsdal und Jakob Nacken. Schlumpf hat das Halbfinale als fünfter knapp verpasst.

    Der nächste Review ist über die Einzelvorrunde 8 u.a. mit Julian Heun, Casjen Ohnesorge, Susanne (Frau Wortwahl) und Franziska Holzheimer.

    Euer Lars

  • Entscheidungsunfreudige Gedankengänge!

    Normalerweise ist Tobias ja ein Mensch schneller Entscheidungen - meist aus dem Bauch heraus und hier und da auch nur grob durchdacht - aber wenn es Dinge "umsonst" gibt, die man "benötigt", ist er doch schnell dabei.

    Diesmal irgendwie nicht.

    Er las nämlich wieder einmal mit Freude den tollsten Blog aus Bielefeld: Blogboys!

    (Screenshot; Bild ist Link)

    Und in einem der vielfältigen Blogeinträge erfuhr Tobias von der Aktion der Seite 3D Supply. Die überreichen einem nämlich kostenlos ein Shirt mit dem feed-Symbol und der sinnvollen textlichen Erweiterung "me". Also wem die Gehirnschaltungen einen Strich durch die Rechnung machen, dem sei gesagt, dies ergibt: "feed me".

    Irgendwie originell. Oder wie oder was?!

    Aber dafür extra einen Blogeintrag schreiben mit einem Link zu deren Seite. Ist es das wert?

    Der entscheidungsunfreudige Typ macht sich ja meist in diesen Fällen eine Liste.

    Hier ein kleiner Auszug:

    toll

    - ein kostenloses Shirt mit einem originellen "Spruch"

    - wenig Arbeit und dafür ein kostenloses Shirt mit einem originellen "Spruch"

    - Verlinkungen tun nicht weh und man bekommt dafür auch noch ein kostenloses Shirt mit einem originellen "Spruch"

    - Blogeinträge müssen eh geschrieben werden, selbst wenn es sich beiläufig nur um ein kostenloses Shirt mit einem originellen "Spruch" dreht

    - auf einem Tokio Hotel Konzert würde ich unter all den kleinen "Rockern" echt auffallen

    - schwarz steht mir eh besser als grün-violett-rosa

    nicht so toll

    - um sich bei der Seite für diese Aktion freischalten zu lassen, benötigen die Macher der Seite natürlich entsprechende Daten

    - wahrscheinlich läuft eh schon jeder Blogger mit diesem Shirt herum (in Nürnberg allerdings noch nicht gesichtet)

    - dadurch, dass man mit diesem Shirt herum läuft, signalisiert man, dass man sich mit dem bösen web 2.0 auskennt! (Stigmatisierung)

    - was ist ein feed genau, wie funktioniert sowas und kann man das essen?

    - bin ich dadurch ein nerd?

    - gehe nie auf Tokio Hotel Konzerte (ansich eine gute Entscheidung)

    - heute ist Montag (Tobias hatte bereits ein Montagsauto und die Montagsmaler waren auch nicht gerade pralle; Anmerkung der Red.)

    Ergebnis: 134 zu 119!

    Hmm .. dabei fällt mir auf, wenn ich jetzt nur noch die Webadresse der Seite 3D Supply hier in diesen Blogeintrag einbaue - sozusagen als Link - dann hätte ich bereits den größten Teil der Aktion erledigt!

    Ich sollte wohl echt mal drüber nachdenken …

    Oder?

    Euer Lars

    PS: sind wir nicht alle ein wenig käuflich?

  • Ironie am Arbeitsplatz

    Man sollte ja eigentlich denken, dass der Arbeitgeber nur eine "lustige" Aktion pro Monat für seine Arbeitnehmer vorgesehen hat. Nämlich die Gehaltsabrechnung. Wobei da natürlich das Lachen im Halse stecken bleibt.

    Nicht so scheinbar beim Arbeitgeber von Tobias. Der hat nämlich heute in seinem internen Informationssystem eine Meldung veröffentlicht, die besagt, dass man über die zentrale Ablage neue Weihnachtsgrußkarten abrufen kann. Man muss sie nur aufrufen, ausfüllen und wegschicken.

    Und da Tobias natürlich ein neugieriger Mensch ist - die alten Grußkarten waren nicht gerade ein Ausmaß an Kreativität - hat er sich heute morgen gleich die neuen Karten angeschaut.

    Und beim Anblick jener Grußkarte musste Tobias stutzen:

    (zur Großansicht anklicken)

    Jetzt mal ganz ehrlich, braucht man eine Phantasie wie sie Tobias hat, um hier folgendes herauszulesen:

    Das junge Paar im Vordergrund wird gerade von einer Lawine erfasst - der junge Mann setzt gerade zum Sprung an, vielleicht kann er sich noch retten - und im Hintergrund entfernt sich lächelnd der Weihnachtsmann, der gerade seine Nase geschnäutzt hat, es ist ja Winter, und wenn man einen Job hat, der in der freien Natur stattfindet, dann kann es sein, dass man Schnupfen bekommt. Und dann muss man sich eben hier und da laut die Nase putzen. In diesem Falle mit fatalen Folgen.

    Man muss schon zugeben, dass es passendere Grußkarten gibt, oder?

    Sollten Sie also jetzt zur Weihnachtszeit Grußkarten versenden, achten Sie auch auf die zwischenbildliche Aussage ihrer Karte. Nicht dass sie so eine ganz andere Wirkung erzielen.

    In diesem Sinne - frohes Grußkartenschreiben!

    Euer Lars

  • Gedanken im Wartestand - heute: Krankheitsnachrichtenreview!

    In den letzten beiden Tagen lag Tobias mehr schlecht als recht zuhause rum. Er las (viel), er surfte (etwas weniger) im Internetz herum und er beobachtete (etwas) die internationale Medienlage.

    Hier nun ein paar Streiflichter der letzten beiden Tage, verarbeitet in ein paar Gedankenfetzen. Natürlich gäbe es durchaus deutlich wichtigeres an Nachrichtenmeldungen, die man hier ver"denken" könnte. Aber das macht ja schon der Rest der Welt.

    Zu wenig Ärzte in Deutschland

    Seit diesem Jahr erhält Tobias die Fachzeitschrift des Deutschen Tanzsportverbandes. Da Tobias diese Fachzeitschrift nie abonniert hat, wird sie wohl in den Startbeiträgen zur Teilnahme an den Turnieren der Lateinformationen enthalten sein, die jeder Mann - richtig, die Frau zahlt nichts - vor jeder Saison zu begleichen hat. Hier erfährt der Leser alles über den Tanzsport in Deutschland, über Turniere nationaler wie internationaler Art. Und da der Heimverein von Anja und Tobias, der TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg, vor allem in den Berichten zur 1.Bundesliga der Standardformationen des öfteren vorkommt, liest Tobias jene Fachzeitschrift auch meist ziemlich zügig und gerne durch.

    Und in der aktuellen Ausgabe berichtet einer der Teilnehmer von der ZDF Sendung "Wie schlau ist Deutschland". In der letzten Ausgabe jener Sendung waren neben Gerichtsmedizinern, Piloten, Tennisspielern auch Tanzlehrer als Gruppe zugegen. Und nun der Skandal, der wohl noch viel schlimmer ist, als die Ergebnisse der PISA Studie: Es gibt nicht genug Gerichtsmediziner und Piloten in Deutschland.

    Aber scheinbar genug Tanzlerer!

    Denn einige aus der Gruppe der Tanzlehrer mussten vor allem im Team der Gerichtsmediziner aushelfen, sozusagen inkognito. Die hatten nämlich nicht genug Teilnehmer überreden organisieren können, so dass unter den echten Medizinern falsche "Doktoren" saßen. Wobei das Phänomen der falschen Ärzte ja eigentlich gar keines mehr ist. Schlimm schlimm.

    Kreislaufprobleme

    Deutschland denkt drüber nach und Frankreich handelt. Teile der SPD wollen nun der Finanzkrise und der prognostizierten Rezession u.a. mit Gutscheinen im Wert von 500€ pro Bürger entgegentreten. Davon mal abgesehen, ob solche Maßnahmen überhaupt fruchten, finde ich es wieder mal interessant zu sehen, wie weitsichtig die Deutschen Politiker denken. Denn was würden wohl die meisten Deutschen davon kaufen - erst recht jetzt zur Weihnachtszeit - ganz klar: Multimediaprodukte (nicht repräsentative Umfrage in der lars.blog.de Redaktion; Anmerk. der Redaktion). Und wo werden wohl die meisten dieser Geräte gebaut, genau, nicht in Deutschland. Aber unsere Freunde aus Japan, Korea und China würden sich bestimmt freuen. Nur die Deutsche Wirtschaft hat davon fast nichts.

    Also das Geld würde gar nicht im Lande bleiben. Eben kein Kreislauf.

    Also nicht so "klever" durchdacht, wie derzeit bei der eigentlichen Finanzkrise. Denn da hilft der Staat den Banken, die "unser" Geld verspielt haben, mit "frischen" Geld. Dieses frische Geld stammt aus weiteren Krediten oder Anleihen durch den Staat bei ebendiesen Banken. Diese Kredite werden durch den Staat abgesichert, falls mal was passiert. Und dieser Staat sind ja wir alle. Also im Falle eines Falles stehen "wir" selber für den Verlust "unseres" Geldes durch die Banken gerade. Und die Bankmanager lachen sich eins zusammen mit den Politikern auf einer schönen Insel und trinken Cuba Libre oder ein Sodawasser.

    Oder um es mit Sebastian23 zu sagen: "Wir sitzen alle im selben Tal. Kreislauf!" Stimmt Sebastian, nur einige Wenige leben außerhalb des Tals - auf Inseln.

    Mehrfachverwertung

    Es wird in den letzten Tagen bestimmt jeder mitbekommen haben, die Super-Saalfrank von RTL hatte in dieser Woche ihren schwersten Fall. Was sich erst nach Lucky Luke oder Columbo anhört, ist im Kern natürlich völlig schlimm und nicht nachvollziehbar. Da vermöbelt eine Mutter ihren Sohn, lädt Frau Saalfrank ein und am Ende sitzen sie nicht nur beim Jugendamt sondern auch in den deutschen Talkshows. Nur eben nicht bei Olli Geissen auf der Couch - weil a) ist der Sohn wirklich noch zu jung um Vater zu werden und b) scheint die Mutter zu wissen, wer der Vater ist - sondern beim JBK und bei Stern TV. Es wurde lange darüber gesprochen (Stern TV) und palavert (JBK), was Deutschland an dieser Geschichte lernen kann, denn warum sonst wohl sieht man es gleich in zwei renomierten bekannten Unterhaltungsshows innerhalb von zwei Tagen?

    Tobias würde es daher nicht wundern - so wichtig das Thema auch ist, ist diese personifizierte Art und Weise richtig?? - wenn in den kommenden Tagen Beckmann, Will und Maischberger und all die anderen dieses Thema noch einmal und noch einmal aufnehmen. Außer bei n24, n-tv oder phoenix. Denn da läuft momentan entweder was zu Hitlers Helfern, Papis Wehrmacht, Panzern, Flugzeugträgern, französischen Eliteeinheiten und deutschen Söldnern oder Wissenswertes zum Anbau von Steckrüben, künstlichen Inseln mit teuren Hotels oder der Entstehung von Superbrücken. Ach ja - und das zum x-ten Male.

    Kindheitserinnerungen wegrationalisert

    Das macht Tobias jetzt fast ein wenig traurig. Denn das wöchentliche anschauen der Sendung "Herrchen gesucht" des hr war eines der Familientraditionen in der Jugend von Tobias. Die gesamte Familie saß am Fernseher und schaute sich putzige kleine Hündchen und Katzen oder Schweine und Gänse an, die ein neues Zuhause suchten. Und was soll man sagen, die Familie fand auf diesem Wege sogar den tollsten Begleiter der Familie: ihren Schäferhund Arco. Auch wenn Arco schon eine ganze Zeit nicht mehr unter uns weilt, so verwaltet Tobias eine mindestens gigabytegroße Speicherplatte an Bildern in seinem Gedächnis. Arco wurde zwar nicht direkt in der Sendung vorgestellt, aber die "Wau-Mau Insel" - das große Tierheim in Kassel. Und hier fand man ihn dann eines Tages.

    Ok, in den letzten Jahren hat Tobias diese Sendung so häufig gesehen, wie Alben von Tokio Hotel gehört oder deren Konzerte besucht. Aber schade ist es schon. Denn die Protagonisten jener Sendung waren wenigstens echt, was man von den Nachfolgesendungen im Geiste wie "Bauer sucht Frau", "Der Bachelor" oder "Nur die Liebe zählt" nicht unbedingt behaupten kann.

    Heester und die Folgen seines Interviews

    Hitler war also scheinbar doch ein netter Mensch. So zumindest Deutschlands rüstigster Rentnerbarde und Schauspieler. So zumindest das Medienecho. So zumindest der Skandal.

    Bisher wurde Heesters ja nur im Bezug auf nicht gänzlich geklärte Auftritte in Konzentrationslagern an den Pranger gestellt - wer weiß schon, wie man selbst im "Dritten Reich" gehandelt hätte - aber ab sofort dann wohl auch mit jenem Interview.

    Vielleicht aber, und nur vielleicht, ist der "Skandal" daran aber was ganz anderes. Denn ganz sicher war Hitler auch ein netter Mensch - auf seine Art und Weise - aber eben nur zu Menschen die er mochte und von denen er sich etwas versprach und die wiederum ihn mochten und sich ebenfalls etwas versprachen. Und meist waren es daher eben Industrielle oder eben Künstler (Stichwort "Wagnerfestspiele"). Und natürlich können diese Menschen so rein aus den zwischenmenschlichen Erinnerungen heraus behaupten, dass Hitler ein netter Mensch war.

    Nun könnte man daraus schließen, dass Heester wohl auch zu jenen Menschen zu rechnen ist, die sich ihre Vorteile (höchstes Ziel zur damaligen Zeit: Überleben!) aus dieser "Nettigkeit" gezogen haben. Ist das der eigentliche "Skandal"?

    Man müsste also mal jemanden fragen, der sich damit auskennt: Guido Knopp. Aber sehr wahrscheinlich arbeitet Knopp gerade an den Vierteiler "Heesters - der Künstler", "Heesters Helfer", "Heesters Frauen" und "Heesters Geheimwaffen".

    Die Zeit wird es zeigen und die Fernsehsender dieser Welt werden es bringen - und wenn Tobias mal wieder krank ist, wird er es vielleicht sogar auch in Büchern, Zeitschriften, im Internetz oder im Fernsehen verfolgen.

    Auf die Gesundheit!

    Euer Lars

  • Farin Urlaub Racing Team - ein prima Samstagabend!

    Monat um Monat, Woche um Woche haben Anja und Tobias auf diesen Samstag gewartet - und nun ist er schon wieder unwiderruflich vorbei. Nur noch eine kleine Erinnerung, eine abgerissene Eintrittskarte und ein total verschwitztes Hemd, was nach Rauch und Schweiß und Rock riecht. Und auch das wird sich bald schon in die ewigen Abwasserungsgründe verflüssigen.

    Aber die Erinnerungen bleiben.

    Erinnerungen an die arschkalten Stunden vorm Eingang, an den heißen und gar nicht mal so teuern Glühwein vor der Halle, an das leckere Bratwurtsbrötchen. Erinnerungen an die komischsten Frisuren und an die engsten Oberteile - obwohl dies die betroffenen Damen vielleicht nochmal überdenken sollten. Erinnerungen an das "Gesicht des Jahres 2008".

    Erinnerungen an dämliche Provinzler, die einmal in ihrem Leben aus ihrem Kuhdorf herauskommen um dann ihr Bier auf dem (Turnhallen-) Boden zu verspritzen - nur zur Erklärung: Vor dem Konzert, es standen und saßen alle nur so rum. Da wo die herkommen, liegt Stroh und saugt das sofort auf. Aber in der "abbruchreifen" s´Oliver Arena bilden sich kleine Biertümpel, so dass man aufpassen muss, dass man beim "sich bewegen" nicht ins schleudern kommt. Geschweige denn die Spritzer, die nun an der Hose von Tobias kleben.

    Erinnerungen an die tausend und abertausend Handykameras, die versuchten jeden nur erdenklichen Fetzen von Farin Urlaubs Performance - ja, er kann "tanzen" - aufzunehmen oder um tausende von Fotos zu schießen, die man dann unter der Schulbank tauschen kann.

    Erinnerungen an die Erkenntnis, dass man doch schon zum alten Eisen gehört und man nicht mehr in der ersten Reihe stehen muss. Erinnerungen an die direkt vor einem herumhopsenden Jungspunde und den schönen Moment, als er (dessen Namen nicht genannt werden soll) wieder mal auf Tobias Fuß gestiegen war und Tobias sich daraufhin den Schwung des Jungspundes beim nachvornespringen zu nutze machte, um ihm noch mehr Schwung bzw. einen weiteren Anstoß zu geben, so dass er im hohen Bogen gefühlte 5 Reihen weiter vorne wieder aufkam. Er ward nicht mehr gesehen - und der nächste Jungspund in Form eines kleinen Mädchens stand anstatt seiner an der eben frei gewordenen Stelle.

    "Kreislauf" - nennt man das wohl.

    Erinnerungen an eine fantastische Live Band, an einen gut aufgelegten Farin Urlaub und an Nessie (=wir lieben sie doch alle), die die rotesten Haare und das beste Outfit des Abends hatte. Die Backround-Uschis hatten da eher zurückhaltendes an, als würden sie gleich ihren Master an der Farin Urlaub Universität erhalten.

    Erinnerungen an ein gutes Lineup - ein Mix aus den letzten Jahren des Farin Urlaub Racing Teams. Erinnerungen an 7 Tassen Tee. Erinnerungen an vier tolle Bläser, die den Liedern unter deren Beteiligung das gewisse Etwas geben konnten.

    Erinnerungen, Erinnerungen … dieser Tag hatte soviel mehr … !

    stay fu

    Euer Lars

  • SLAM2008 - Einzelvorrunde 5 - Moods

    Moderiert wurde die Einzelvorrunde 5 durch Sebastian23 und Lars Ruppel. Was diese Runde aber noch viel mehr zu einer der Highlightrunden beim SLAM2008 machte - aus unserer Sicht - war der astreine Aufritt von der Mutter Theresa des Poetry Slams. Die mitgereisten Franken wussten nur, dass Michl einen absolut neuen Text performen wollte, und das dieser Text wirklich krass sein soll. Und die Performance hielt, was sich alle davon versprochen hatten.

    1) Stefan Dörsing: Stefans Text - ich nenn´ ihn mal "1,2 Schuss" kennt der Franke von der Saisoneröffnung aus Nürnberg, den Slam, den auch Stefan gewann. Stefan philosohpiert über Menschen, die in einer Schlange stehen. Und der Text kam sogar noch besser an, als ein paar Wochen zuvor. Auch sein Bühnenroller war beeindruckend, er stand sogar noch schneller wieder auf. Und Stefan nutzte nicht nur die Bühne, er ging auch kurz durchs Publikum. Ein klasse Auftritt. Leider gab es nur - the fucking starting position No.1 - 24,7 Punkte.

    2) Tilmann Birr: Tilmanns Text hatte einen sehr langen Titel, hängen geblieben ist "Nutte, leg dich nicht mit mir an!". Die Story dreht sich um den Tilmanns Versuch in die Disco zu kommen, scheitert aber zunächst am radebrechenden Türsteher Azad. Tilmann kann Azad aber erweichen, dass er ihn mit in den Keller nimmt um ihn ein paar coole Klamotten - die, die liegen geblieben sind - zu geben, damit er doch Discoreif wird. Zu Tilmanns Verwunderung spricht Azad hier ein perfektes Deutsch, obwohl er Tilmann geraten hat, dass er selber "so schpreschen soll, Alter", um in die Disco zu gelangen. Azad hat nämlich Fachmittelreife, nur dürfe dies niemand wissen, sonst ist er seinen guten Ruf als Türsteher los. Am Ende kommt er natürlich in die Disco, seine weibliche Bekanntschaft ist von seinem Outfit aber gar nicht angetan. Sie dachte nämlich, er sei anders. Tilmann reimt daraufhin ein Liebesgedicht und sie "diskutieren" die Sachlage später im Bett. Der Witz des Textes war nicht nur die Story, sondern auch die komischen Dialoge zwischen Tilmann und Azad. Es gab 26,4 Punkte.

    3) Florian Cieslik: Sein Text "Ich sehe was, was du nicht siehst" kennt der Franke ebenfalls, und zwar vom Brückenfestival. Florian beobachtet Menschen und das Publikum hängt an seinen Lippen. Der Text kommt im Moods sogar noch besser an als Open Air. Sehr schöne lyrische Reime, die das Publikum aufsaugt. Es gab 25,8 Punkte.

    4) Alex Gendlin: Alex spricht über die erotische Wirkung von Absagen. Er führt uns hierzu einige Beispiele auf, denn Alex beantwortet sogar jene Absageschreiben. Immer mit einem ironisch bissigen Bezug zum Absageschreiben. Sehr interessante Idee wie ich fand, war ein unterhaltsamer Text. Es gab allerdings nur 22,5 Punkte.

    5) Hanz: Hanz performte natürlich seinen Text "Der schlimmste Fehler meines Lebens". Ebenfalls in der fränkischen Slamszene bekannt von Auftritten in Erlangen und in Ansbach. Und man wird kein Prophet sein, wenn er diesen Text im Dezember nicht auch in Fürth bringt. Ein sehr lustiger Text von einem Tag, den Hanz als Frau verbringt. Der Text kommt bis auf das Ende sehr gut beim Publikum an, die Schlusspointe irgendwie kaum. Es gab 24,6 Punkte.

    6) Felix: Schön Felix mal wieder auf einer Slambühne zu sehen. Ein sehr nachdenklicher Text über Herrn Badow, der in einem Krankenhaus lebt, da er Herzkrank ist und unter Demenz leidet. Am Ende wird er in eine geschlossen Anstalt gebracht. Ein echt guter Text, der wahrscheinlich zu ruhig ist, um bei der Jury gut anzukommen, das Publikum findet den Text allerdings gut. Die Wertung ist dementsprechend 21,1 Punkte.

    7) Khesrau Behroz: Zunächst steht Khesrau nur auf der Bühne und starrt ins Publikum. Gefühlte 30 Sekunden Stille. Dann kommt ein lyrischer Aufzähltext, was er alles wissen will. Der rote Faden war für mich nicht erkennbar, aber es hörte sich gut an. Ein sympathischer Auftritt mit am Ende 21,6 Punkten.

    8) Michl: Auch Michl steht erstmal "nur" auf der Bühne und man kann eine Stecknadel fallen hören. Doch dann passiert es: Michl schreit. Und schreit. Michl schreit, als würde es um sein Leben gehen. Dann ruft er völlig verstört ins Publikum "Manchmal möchte ich schreien". Dann zählt er auf, warum er schreien muss. Menschen können schlafen, obwohl sie doch soviel Dreck am Stecken haben. Ein hartes Beispiel: Katholische Priester, an dessen Penissen Blut junger Knaben klebt. Und Michl rennt über die Bühne, wie von der Tarantel gestochen. Und zwischendurch schreit er wieder. Das Publikum ist mehr als baff, voll gespannt was noch kommt. Einige sind paralisiert. Während er einige Dinge aufzählt, wiederholt Michl immer wieder, die Ohren zuhaltend aber laut schreiend: "Das will niemand hören". Aber, so Michl, es gibt Frauen und Männer da draußen, die die Welt verändern können. Doch sitzen jene in Irrenanstalten und schlagen ihre Köpfe gegen die Wand. "Poch, Poch". Und dieses Poch, Poch macht Michl nicht mit seiner Stimme sondern mit seiner Stirn, die er gegen das Mikro schlägt. Seine Stirn fängt auch leicht zu bluten an. Und Michl ist auf der Suche nach seinem Ego-Knopf und kann ihn nicht finden, einen Knopf, der es ihm ermöglicht, das alles zu vergessen und drüber hinweg zusehen. Ein megakrasser Text mit einer atemberaubenden Performance. Viele im Publikum haben Tränen in den Augen. Als Michl von der Bühne rennt, hört man einen orkanartigen Applaus. Die Jury allerdings vergibt nur 25 Punkte. Ich weiß, hier kommt bestimmt der Franke in mir durch, aber wenn das keine 10 war (Inhalt, Vortrag, Performance), dann weiß ich es auch nicht.

    Diesen Text muss man wirklich gesehen haben. Schön, dass wir alles auf Video haben.

    Nach der Wertung sah man Michl erstmal eine zeitlang nicht, da er in den technischen Katakomben verschwunden war, als er wieder auftaucht wird er von allen geherzt. Und Michl zittert immer noch. Und sein Blut fließt weiterhin … dass ist dann wohl Körpereinsatz.

    9) Marguerite Meyer: Zunächst muss ich voranstellen, dass es natürlich megakrass ist, nach so einem Text auf die Bühne zu müssen. Ich würde behaupten, dass kaum einer im Publikum dem Text von Marguerite folgen kann, mich eingeschlossen. Michl war zu präsent, als man dies vergessen kann. Sie spricht von einem Plakat was sie in der Stadt gelesen und gesehen hat und philosophiert darüber. Der Text blieb nicht hängen, aber die Jury gab ihr dennoch hohe Noten. 24,8 Punkte. Aus meiner Sicht viel zu hoch, aber sie sprach eben so schön Berner Deutsch.

    10) Dorian Steinhoff: Sein Text "Mittel zum Zweck" behandelt seine Sexprobleme mit seiner Freundin. Es läuft nicht mehr so rund und daher leiht er ein paar Pornofilme aus. Er vergleicht ihr Sexualleben mit wirklich ekligen Dingen. Mehr konnte ich aus seinem Vortrag nicht entnehmen, schade. Es gab 24,4 Punkte.

    Damit waren Tilmann, Florian, Michl und Marguerite weiter.

    Was ein Text. Dieser Text wird wohl in die Geschichte des SLAM2008 eingehen, jeder, der im Moods um diese Zeit war, wird sich auch noch in Jahren an Michls Text erinnern. Wahnsinn. Und dann leider nur so wenig Punkte. Durch Tobias Kopf schoss nach der Wertung auf einmal die irrwitzige Situation, dass Michl ja noch rausgewertet werden könnte. Er lag "nur" auf Platz 3 bei vier Qualiplätzen und zwei noch ausstehenden Poeten. Und eine war wie gesagt eine Schweizerin. Und Tobias war sich sicher, wenn er einer dieser beiden Poeten gewesen wäre - noch irrwitziger - dann hätte er nur kurz auf der Bühne Hallo gesagt, die Jury gerügt eine so schlechte Wertung zu geben und drum gebeten, dass man ihm jeweils nur einen Punkt geben solle. Er würde demnach auf seinen Text verzichten, weil dieser Text (Michl) unbedingt ins Finale müsse. Aber gottseidank kam Michl auch so weiter.

    Selbst beim verfassen dieser Zeilen hab ich Michl wieder vor den Augen …

    Euer Lars

    Der nächste Review ist über die Einzelvorrunde 7, darunter u.a. Björn Högsdal, Andy Strauß und Sebastian23. Und aus fränkischer Sicht Sophie Sonnenblick und Schlumpf.

  • Resozialisierung 2.0

    .. manche Menschen fallen immer wieder auf die (staatlich abgefederten und subventionierten) Füße!

    Euer Lars
    (kopfschüttelnd)

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen von Privatpersonen, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.